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Wissenschaftsprojekt Machine Translation: SwissGlobal erhält Förderung von Innosuisse

Das Ziel ist es, im Frühjahr 2023 eine einsetzbare, proprietäre Übersetzungsengine zu haben, die ausbaufähig ist und rasch auf kundenspezifische Bedürfnisse und Projekte trainiert werden kann.

SwissGlobal hat zusammen mit der Università della Svizzera italiana (USI) und der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) einen Förderbeitrag von Innosuisse für die Entwicklung einer Toolchain für neuronale maschinelle Übersetzung (NMT) erhalten. Die Toolchain soll entscheidende qualitative Verbesserungen und mehr Effizienz bei der Implementierung und im Betrieb einer Übersetzungsengine ermöglichen. Damit beweist SwissGlobal, dass im Bereich Sprachdienstleistungen Qualitätsbewusstsein, Innovation und Effizienz keine Gegensätze sein müssen.

Internet und Globalisierung treiben den Übersetzungsmarkt unvermindert an. Besonders dynamisch entwickelt sich der Markt für maschinelle Übersetzungen, wo gemäss dem Online-Magazin Business Insider für den Zeitraum 2020-2024 ein jährliches Wachstum von 19 % erwartet wird. Maschinelle Übersetzung (MT) ermöglicht es, grosse Textmengen zu übersetzen, die zuvor aus Geld- oder Zeitgründen einsprachig blieben. Während die Übersetzungen der ersten MT-Generationen oft noch unfreiwillig komisch waren, sind diejenigen von neuronalen maschinellen Übersetzern (Neural Machine Translation, NMT) bereits erstaunlich gut. Google Translate und DeepL sind nur die zwei prominentesten Beispiele von NMT-Übersetzungslösungen. Wie NMT genau funktioniert, lesen Sie in unserem Blogbeitrag «Neuronale maschinelle Übersetzung: Learning by Doing».

Neural Machine Translation für Schweizer KMU noch zu wenig nutzbar

Doch gerade für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in der Schweiz bringen diese Innovationen noch zu wenig Vorteile. Öffentlich zugängliche maschinelle Übersetzer wie DeepL und Google Translate sind kostenlos oder offerieren günstige Bezahllösungen. Doch kostenlose Dienste bieten keinerlei Datensicherheit, und die Bezahllösungen haben meist nicht die fachspezifische Terminologie.

Vielen Unternehmen bleibt somit nur, eine eigene Übersetzungsengine zu kaufen und diese auf die spezifischen terminologischen Bedürfnisse und Sprachkombinationen zu trainieren. Dieses Vorgehen garantiert eine bessere Übersetzungsqualität und auch den Schutz der eigenen Inhalte, ist aber extrem aufwendig und sehr teuer. Spezialisierte mehrsprachige Datensätze zum Training einer Übersetzungsengine, wie sie das Datennetzwerk TAUS anbietet, kosten bis zu 60’000 Euro pro Jahr! Hier schliesst das Innovationsprojekt von SwissGlobal eine wichtige Lücke, und zwar sowohl hinsichtlich Datensicherheit und Kosten als auch der Anwendbarkeit für KMU.

Innovationsprojekt von SwissGlobal

SwissGlobal arbeitet gemeinsam mit der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) und der Università Svizzera italiana (USI) an einer neuartigen Toolchain, die gegenüber der derzeit kostenlosen wie auch kostenpflichtigen Machine-Translation-Technologie viele Vorteile und Innovationen beinhalten wird. Die firmeneigene Toolchain kombiniert clevere Technologien zu einer neuartigen, nahezu vollautomatischen Anwendung. Die Innovationskraft liegt in der effizienten Sammlung von qualitativ hochwertigen Daten und der Entwicklung von innovativen Algorithmen zum Training der Übersetzungsengine. Damit soll der Kundschaft eine flexible, hochwertige und innovative Lösung für ihre fach- und sprachspezifischen Anforderungen an die Hand gegeben werden.

Förderung vom Bund für den «Daten-Turbo»

Das Training stellt den grössten Aufwand beim Aufbau einer dedizierten Übersetzungsengine dar. Denn für ein akzeptables Übersetzungsresultat brauchen die Algorithmen einer Übersetzungsmaschine beim Training grosse Datenmengen («Translation Units»). In Zusammenarbeit mit dem Team von Professor Rolf Krause an der USI werden deshalb verschiedene innovative Ansätze entwickelt, die das Trainingsverfahren entscheidend beschleunigen sollen. Der wissenschaftliche Projektleiter Professor Manfred Vogel leitet den Bereich Information Processing am Institut für Data Science an der FHNW, Professor Rolf Krause ist Informatikprofessor an der USI und forscht unter anderem im Bereich maschinelles Lernen. Beide Institute sind führend in ihrem jeweiligen Gebiet.

Die Toolchain von SwissGlobal, FHNW und USI hat auch die Schweizerische Agentur für Innovationsförderung Innosuisse überzeugt. Innosuisse ist eine öffentlich-rechtliche Anstalt des Bundes, die wissenschaftsbasierte Innovation im Interesse von Wirtschaft und Gesellschaft in der Schweiz fördert. Anfang August hat sie Fördermittel für die Entwicklung bewilligt.

Innovation exakt auf das Kundenbedürfnis zugeschnitten

Das Ziel ist es, im Frühjahr 2023 eine einsetzbare, proprietäre Übersetzungsengine zu haben, die ausbaufähig ist und rasch auf kundenspezifische Bedürfnisse und Projekte trainiert werden kann. Die Qualität der Übersetzungen soll dabei höher sein als bei jetzigen standardmässigen maschinellen Übersetzungssystemen. Ein weiteres Augenmerk liegt auf einer hohen Datensicherheit. So wird die Engine entweder auf den Servern von SwissGlobal in der Schweiz oder bei Bedarf auch direkt bei der Kundschaft gehostet. Damit ist es möglich, höchsten Anforderungen hinsichtlich Datensicherheit zu entsprechen. Technologie ist dann nützlich, wenn die Schnittstelle zwischen menschlichem Können und Maschine gut funktioniert. SwissGlobal setzt Technologien ein, um schnellere und effizientere Prozesse, sichere Datenübermittlung sowie qualitativ hochwertige und konsistente Übersetzungen zu gewährleisten. Bei SwissGlobal sind alle Systeme und Prozesse nach ISO 9001 (Qualitätsmanagementsysteme), ISO 17100 (Übersetzungsdienstleistungen) und neu auch nach ISO 18587 (Post-Editing) zertifiziert. Sie haben Fragen? Kontaktieren Sie uns, wir beraten Sie gerne.

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