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Translators without Borders: Wörter für den guten Zweck

Mein Rat für alle, die gerne übersetzen wollen: üben, üben, üben. Lesen und immer weiter lernen: Wir können – und sollten – nichts übersetzen, was wir nicht verstehen.

Gladis Audi wurde die Leidenschaft für humanitäre Hilfe bereits in die Wiege gelegt. Wie die engagierte Libanesin zu Translators without Borders kam und weshalb sie sich auch nach über 1’000’000 gespendeten Wörtern nicht ausruht, erzählt sie im Interview mit SwissGlobal.

Gladis, erzähl uns bitte ein wenig über dich: Wie bist du aufgewachsen und wie hat das deinen Weg zur Übersetzerin beeinflusst?

Ich wuchs im kriegsgebeutelten Beirut auf. Das bedeutete Scharfschützen, Bomben, immer wieder in den Luftschutzkeller in unserem Wohnhaus flüchten, wo wir dann bis zu zwei Wochen ausharren mussten. Es war eine schreckliche, schmerzvolle Zeit. Damals war Beirut dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen, hauptsächlich in Form von Lebensmitteln und Medikamenten. Meine Familie engagierte sich sehr im humanitären Bereich und ich tat es ihnen gleich. Mein Vater arbeitete mit Lebanon Aid zusammen, er verhandelte über die Freilassung von Geiseln und leitete mehrere mobile Krankenhäuser. Meine Mutter leistete gemeinnützige Arbeit, vor allem für Altersheime und Waisenhäuser. Sie versuchte, die Versorgung mit Treibstoff, Medikamenten und Milch sicherzustellen.

Später, im Jahr 2000, trat ich der Lions International Organization bei, um Freiwilligenarbeit zu leisten und so der Gemeinschaft etwas zurückzugeben. Als Lions-Mitglied hatte ich den Vorsitz in verschiedenen Komitees, darunter das Komitee zur Bekämpfung von Hunger und das Komitee für Friedensposter. Zudem durfte ich die erste Tagung der französischsprachigen Lions und den Lions-Tag mit den Vereinten Nationen moderieren.

Aber ich hatte das Gefühl, ich könnte noch mehr tun, noch mehr geben. Also besuchte ich Kurse zu verschiedenen Themen: humanitäre Kommunikation, Gesundheit in komplexen Notfällen, humanitäres Recht, Management von internationalen Organisationen, Menschenrechte, Genderfragen, Vertreibung, Ziele für nachhaltige Entwicklung (ein grossartiger Kurs, geleitet von Ban Ki-moon), Epidemien sowie übertragbare Krankheiten. Ich trat Translators without Borders (TWB) bei, und ich bin fest davon überzeugt, dass dies eine der besten Entscheidungen meines Lebens war.

Meine Aufgabe als Revisorin und Qualitätsprüferin für TWB erfüllt mich und hat zudem meinen Horizont und meine Fertigkeiten erweitert. Millionen von Menschen in Not zu erreichen und ihr Leben positiv zu verändern, indem ich ihnen Informationen in ihrer eigenen Sprache zugänglich mache, hat mich auch spirituell bereichert.

Wann kamst du zu TWB und was war deine Motivation?

Ich schloss mich TWB im Jahr 2014 an. Warum? Weil ich die Möglichkeit dazu hatte und – vielleicht bin ich ja eine Träumerin – weil ich glaube, dass wir gemeinsam wirklich etwas verändern können. Ich hatte seinerzeit schon Erfahrung mit der Übersetzung von Abkommen, UN-Handbüchern und Dokumenten des Wirtschafts- und Sozialrats der Vereinten Nationen (ECOSOC).

Ich erinnere mich noch genau daran, wie ich ängstlich auf meine Testresultate von TWB wartete. Und als ich dann angenommen wurde, fühlte es sich grossartig an: Ich war Teil von etwas Grossen zugunsten des Gemeinwohls.

Für mich ist es eine Frage des Prinzips und der Pflicht. Eine ethische Verpflichtung. Es ist meine persönliche Art, mich für Menschen in Not einzusetzen, mich gegen Ungleichheit, Ungerechtigkeit, Armut und Hunger stark zu machen: Ich glaube, in einer Welt, in der es so viel Leid gibt, müssen wir Ungleichheiten in Geschlecht, Gesellschaft, Struktur, Vermögen und Gesundheit bekämpfen. Wir haben die Pflicht zu handeln. Jeder einzelne von uns kann etwas tun, um die Not und die Ungerechtigkeit zu lindern. Wir alle können zur Verbreitung lebenswichtiger Informationen beitragen und diejenigen unterstützen, die am dringendsten Hilfe benötigen.

Du hast vor Kurzem mit deiner Arbeit einen Meilenstein erreicht: Du hast 1’000’000 Wörter an TWB gespendet! Kannst du uns etwas über die Projekte erzählen, an denen du mitgearbeitet hast? Wozu dienten die Dokumente und warum ist ihre Übersetzung so wichtig?

Ja, ich habe 1’000’000 Wörter gespendet, aber es gibt noch so viel zu tun; ich werde auf jeden Fall weiterhin spenden.

Mit TWB habe ich an hunderten (wenn nicht tausenden) interessanten und aufregenden Projekten mitgearbeitet; eines davon ist das UNDAC Field Handbook, mit dessen Revision ich betraut wurde. Am liebsten bearbeite ich Inhalte des OCHA (Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten) und der WHO (Weltgesundheitsorganisation). Aber ich finde auch die Arbeit zu den Themen Safeguarding, Frauenbildung sowie Migration und Vertreibung sehr spannend.

Jedes einzelne Dokument, das wir bei TWB übersetzen, ist von unschätzbarem Wert; Es geht dabei um Menschenrechte, darum, Frauen dabei zu unterstützen, Mangelernährung besser zu verstehen und zu lernen, wie sie stillen können. Es geht darum, Truppen vor Ort Leitfäden zur Verfügung zu stellen, dank denen sie sicher sind und sich besser koordinieren können. Es geht auch darum, Menschen in Krisensituationen die Informationen zugänglich zu machen, die sie benötigen, und sie bei ihren Entscheidungen zu unterstützen, oder darum, die Rechte von ausgegrenzten Bevölkerungsgruppen zu verteidigen. Und es geht darum, die weitere Ausbreitung der Pandemie, aber auch vieler anderer Krankheiten, zu verhindern.

Was rätst du angehenden Übersetzern? Und insbesondere denjenigen, die sich für TWB engagieren wollen?

Mein Rat für alle, die gerne übersetzen wollen: üben, üben, üben. Lesen und immer weiter lernen: Wir können – und sollten – nichts übersetzen, was wir nicht verstehen. Allen, die sich für TWB einsetzen wollen, empfehle ich, sich über aktuelle Themen zu informieren und über humanitäres Recht, Menschenrechte, übertragbare Krankheiten, Armut, Ungleichheit, Gender- und Klimafragen, Katastrophenschutz, Hunger, Migration und Vertreibung sowie über humanitäre Grundsätze.

Mehr als 100 Millionen Menschen weltweit wären ohne humanitäre Hilfe nicht in der Lage zu überleben. Wer unsicher ist, ob die eigene Qualifikation ausreicht, oder denkt, dass Übersetzungen im humanitären Bereich zu schwierig sind, kann sich trotzdem bewerben. TWB unterstützt euch und bietet die passenden Kurse an. Als TWB-Übersetzer erhält man Zugang zum TWB Community-Forum, wo man Fragen stellen und sich mit Kollegen austauschen kann. Wer unserer Gemeinschaft beitritt, hilft Leben zu retten, zu sensibilisieren und Gerechtigkeit in die Welt zu bringen.

Meine persönliche Botschaft an alle, die für TWB übersetzen wollen: Wartet nicht ab, bis jemand anders die Arbeit macht, sondern werdet selbst aktiv. TWB braucht euch. Die, deren Not am grössten ist, brauchen euch. Seid selbst die Veränderung.

Warum tragen Sprachdienstleister deiner Meinung nach ein soziale Verantwortung, TWB zu unterstützen?

Ich bin überzeugt, dass es sich um eine soziale Verantwortung handelt. Und zwar aus folgendem Grund:

TWB, heute Teil von CLEAR Global, ist eine weltweit tätige Gemeinschaft mit über 80’000 Linguisten, Sprachenthusiasten und motivierten Experten, die Menschen unabhängig von ihrer Sprache nicht nur Gehör, sondern auch Zugang zu lebenswichtigen Informationen verschafft. Indem Sprachdienstleister TWB unterstützen, können sie mithelfen, die Welt mit Hilfe von Sprache gerechter und inklusiver zu gestalten.

Die Arbeit von TWB ist in allen Lebensbereichen relevant und hilft Millionen von Menschen, die wegen Sprachbarrieren von Krisen und Ausgrenzung betroffen sind. Ohne TWB wäre es für viele humanitäre und andere Organisationen nicht möglich, mit den Menschen zu kommunizieren, die am verletzlichsten sind. Auf ihre Bedürfnisse und Sorgen wird nicht immer eingegangen, und der mangelnde Zugang zu Informationen sowie das Fehlen gegenseitiger Kommunikation verhindert ihre Teilhabe an globalen Diskursen. TWB und CLEAR Global wollen genau das ändern. Die soziale Verantwortung von Unternehmen, das globale Gemeinwohl und Nachhaltigkeit werden immer wichtiger. Eine Investition in TWB deckt alle diese Punkte ab, insbesondere für Sprachdienstleister. Wer seine Arbeit liebt und sowohl die Energie als auch die Fähigkeit hat, sie zum Wohle der ganzen Welt einzusetzen – vor allem aber für diejenigen in Not – sollte TWB unbedingt unterstützen.

Sprache ist wichtig, für unser eigenes Wohl und für die Wirtschaft im Allgemeinen. In manchen Situationen kann die richtige Sprache aber auch über Leben oder Tod entscheiden. Die Welt MUSS Sprachbarrieren überwinden, heute mehr denn je. Wenn wir wirklich an das Recht der Menschen glauben, «in Würde und Freiheit zu leben und die Früchte des sozialen Fortschritts zu geniessen», müssen wir selbst die Initiative ergreifen, um auf diese Ziele hinzuarbeiten.

Der erste Schritt zu einer besseren Welt ist Geben. Wenn wir gemeinsam jeden Tag, jede Woche oder jeden Monat ein wenig geben, können wir als TWB-Gemeinschaft dazu beitragen, Sprach- und Informationsbarrieren zu überwinden, die die Erreichung dieser höheren Ziele verhindern und die Ausbeutung von Menschen und rassenbedingte Ungleichheiten erst möglich machen. Indem wir Informationen in allen Sprachen zugänglich machen, schärfen wir das Bewusstsein und schaffen gleichzeitig Zugang zu Wissen über Menschenrechte und grundlegende Freiheiten sowie über Krankheiten und ihre Übertragung. Zudem helfen wir damit, Vorurteile und Missverständnisse aus der Welt zu schaffen.


Gladis Audi ist diplomierte Linguistin und ehrenamtliche Übersetzerin bei Translators without Borders. Sie ist in Beirut geboren und aufgewachsen und lebt heute mit ihrer Tochter in Maastricht.