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WordPress Website übersetzen: Schritt für Schritt zum mehrsprachigen Webauftritt

Wie gehe ich vor, wenn ich eine WordPress Website übersetzen lassen möchte? Genau diese Frage bereitet vielen Kopfschmerzen. Spricht Ihr Zielpublikum verschiedene Sprachen, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass Sie eine mehrsprachige Website benötigen. 

Doch was ist der optimale Ablauf, um eine Website in weitere Sprachen zu übersetzen? Wie kommen die Daten sicher zur Übersetzungsagentur, wieder zurück und in die Website? Genau das erklärt dieser Blog anhand einer mit WordPress verwalteten Website. 

Was ist ein CMS? Und was spricht für WordPress?  

Die erste Frage, die Ihnen Ihr Übersetzungspartner stellen wird, ist:

Welches CMS benutzen Sie?

Hurra! Noch so ein Akronym aus der Tech-Branche. Doch keine Bange – hier kommt die Definition:  

CMS steht für Content Management System (CMS). Davon gibt es heute eine ganze Menge. Von einfach bis komplex erfüllen sie spezifische Bedürfnisse. Mit ihnen können Websites strukturiert, befüllt, verwaltet und gestaltet werden. Wie bequem oder eben kompliziert sich das Website-Übersetzungsprojekt gestaltet, hängt zu einem grossen Teil vom CMS ab, denn dieses definiert schliesslich, auf welche Art und Weise Texte exportiert und wieder importiert werden können.

Eines der aktuell beliebtesten CMS auf dem Markt ist WordPress: Es ist kostengünstig, leicht zu bedienen und bietet viele Erweiterungsmöglichkeiten, um eine Website zu personalisieren. Hier finden Sie weitere 15 Vorteile von WordPress als CMS.

Wie ist die Website aufgebaut, wo befinden sich die Texte? Was soll überhaupt alles übersetzt werden?

Letztere Frage sollten Sie sich zuerst stellen.». Es ist sinnvoll, sich als Erstes einen guten Überblick über den Aufbau und die Inhalte der eigenen Website zu verschaffen. Oftmals hilft dabei ein Inhaltsverzeichnis oder eine Sitemap. Diese Indexe können später auch gut als Grundlage für einen Projektplan verwendet werden. Damit lässt sich optimal überwachen, welche Inhalte sich gerade wo im Übersetzungsworkflow befinden.

Die zu übersetzenden Inhalte sind identifiziert. Wie kommen diese jetzt zur Übersetzungsagentur?

Es gibt verschiedene Arten, eine Website zu übersetzen respektive den Datenfluss vom CMS zur Übersetzungsagentur zu gestalten. Das wohl gängigste Vorgehen spart gleichzeitig auch die meisten Ressourcen ein – seien es zeitliche oder finanzielle. Gemeint ist der Weg via Export der Inhalte in ein gut bearbeitbares Dateiformat. Dieser Export und auch der Re-Import der Zieltexte nach der Übersetzung werden meist über sogenannte Plug-ins [MG1] gewährleistet.

Mittels Plug-in werden die Texte schnell aus der Website exportiert

Durch die Verwendung eines Plug-ins für die Bereitstellung der Inhalte ergeben sich gleich zwei Vorteile:

  • Die lästige und zeitraubende Copy-Paste-Arbeit fällt weg.
  • Dank der verwendeten Auszeichnungssprachen werden Struktur und Formatierung der Inhalte automatisch beibehalten.

Für die gängigsten CMS gibt es heute verschiedene Plug-ins, mit denen man die Website-Inhalte effizient exportieren kann – üblicherweise im HTML-, XML oder XL(IF)F-Format. Eine professionelle Übersetzungsagentur ist in der Lage, alle drei Formate zu bearbeiten. Bei WordPress-Websites ist dafür das WordPress Multilingual Plug-in (WPML) sehr beliebt.

Welches Export-Format funktioniert für die Übersetzungsagentur am besten?

Das für die Umsetzung «unkomplizierteste» Format ist HTML, denn diese Mark-up-Sprache verwendet eine begrenzte Anzahl an Element-Tags, die klar definiert sind. Entsprechend kann die Übersetzungssoftware – im Fachjargon CAT-Tool genannt – beim Einlesen der HTML-Dateien diese Tags und Inhalte problemlos interpretieren und verarbeiten.

Nebst HTML ist XML ein beliebtes Export-Format. Es unterscheidet sich unter anderem darin von HTML, dass die Element-Tags zwar einem bestimmten Muster folgen sollten, man aber in der Namensgebung der Elemente völlig frei ist.

Mit diesem Rezept lässt sich eine WordPress-Website erfolgreich und effizient übersetzen:
  • Überblick verschaffen mit Sitemap oder Inhaltsverzeichnis
  • Plug-in wählen und bei Bedarf installieren
  • Relevante Inhalte exportieren; im XLIFF-, HTML- oder XML-Format
  • Dateien und Zugriffslink auf Website an Übersetzungsagentur senden
  • Kleinen Testlauf durchführen
  • Für Fragen zur Verfügung stehen
  • Übersetzte Dateien erhalten und mittels Plug-in importieren
  • Endkontrolle vor Onlineschaltung organisieren
Das bedeutet, dass man XML-Dateien vor dem Import ins CAT-Tool zuerst sorgfältig analysieren muss. Es sei denn, man will dem Übersetzer zumuten, dass er sich durch den Tag-Salat kämpft. Die Übersetzungsagentur prüft also zuerst fein säuberlich, welche Elemente in der XML-Datei wozu verwendet werden: Geben sie dem Text Struktur oder nur Format? Gibt es Elemente, die Inhalte umschliessen, die für die Übersetzung nicht relevant sind? Gibt es spezielle Platzhalter oder Elemente, die nicht übersetzt werden dürfen? Und ist allenfalls sogar innerhalb der XML-Struktur wiederum HTML eingebettet? Um diese Fragen kümmern sich Spezialisten in der Übersetzungsagentur. Sie erstellen auch einen passenden Dateityp-Filter, der ganz individuell auf die jeweiligen XML-Dateien abgestimmt ist. Dieser Filter ermöglicht es, die XML-Dateien so ins CAT-Tool einzulesen, dass dem Übersetzer nur die zu übersetzenden Inhalte zur Bearbeitung angeboten werden. Auf diese Weise kann er sich auf seine Arbeit konzentrieren und läuft nicht Gefahr, versehentlich die Struktur oder das Layout der Website-Texte zu verändern.

Das dritte Format wäre XLF oder XLIFF – die beiden sind sich sehr ähnlich und insofern speziell, weil sie zweisprachig sind. Das bedeutet, dass in diesen XML-basierten Dateien neben den ausgangssprachlichen Inhalten bereits auch Platz für die Übersetzungen reserviert ist. Das Format ist darum optimal für Übersetzungsabläufe und dementsprechend auch das favorisierte Export-Format. Bei XLIFF-Dateien werden automatisch die korrekten Inhalte ins CAT-Tool eingelesen, und die Spezialisten in der Übersetzungsagentur müssen lediglich prüfen, dass allfällige im HTML-Format eingebettete Struktur- und Formatierungsanweisungen für den Übersetzer korrekt und verständlich dargestellt werden.

So oder so ist es sinnvoll, mit der Übersetzungsagentur einen kleinen Testlauf mit einer Handvoll Dateien durchzuführen. So ist gewährleistet, dass der Export, die Übersetzung und der anschliessende Re-Import korrekt durchgeführt werden können.

Wie weiss der Übersetzer, wo auf der Website welche Texte wie dargestellt werden?

Da für den Übersetzer im CAT-Tool die Ausgangstexte ohne Formatierung, Grafiken und Struktur dargestellt sind, ist es wichtig, ihm einen Zugriff zur Website zu geben. Dazu reicht normalerweise der Link zur Beta-Seite, wenn nötig natürlich mit einem Benutzer und Passwort für einen Nur-Lese-Zugriff. Trotz Zugriff auf die Website kann es sein, dass die Übersetzer Fragen haben – die selbstverständlich zeitnah beantwortet werden sollten.

Wie geht es nach der Übersetzung weiter?

Nach der Übersetzung kommen die zielsprachlichen Inhalte im selben Format zurück, in dem die Übersetzungsagentur sie erhalten hat. Jetzt lassen sie sich mit dem Plug-in wieder in die Website importieren. Um sicher zu gehen, dass alles am richtigen Ort ist und korrekt dargestellt wird, kann man die Website entweder selbst von A bis Z durchschauen oder die Übersetzungsagentur mit einer sogenannten Endkontrolle vor Onlineschaltung beauftragen. Dabei liest eine muttersprachliche Person die übersetzte Website noch einmal Satz für Satz durch und prüft sie darauf, dass alles korrekt dargestellt und formatiert ist und dass nichts vergessen gegangen ist.

Die Website basiert auf einem anderen CMS. Was jetzt?

WordPress ist nur eines von diversen CMS, die bequeme Möglichkeiten und Plug-ins für Export und Re-Import bieten. SwissGlobal begleitet Sie gerne durch das komplette Projekt und steht Ihnen mit ihrer Erfahrung und ihrem Fachwissen zur Seite – ganz egal welches CMS Ihre Website nutzt. Kontaktieren Sie uns jetzt, damit wir Ihr Projekt zusammen besprechen und anpacken können.